Tim Schubert - Karriereende als WM-Siebter in China
Der erfolgreichste deutsche Rollkunstläufer der letzten 20 Jahre verabschiedet sich / RST Hummertal sagt Danke
Vom 17. bis 30. Oktober fanden in Peking (China) die Weltmeisterschaften im Rollkunstlauf statt. Für Tim Schubert war dieser Wettbewerb ein ganz besonderer. Es war sein letzter Start als aktiver Sportler. Nach 19 Jahren auf Rollschuhen, davon 15 auf internationalem Top-Niveau, beendete er in China seine beeindruckende Karriere. Der RST ist stolz darauf, dass Schubert bis zu seinem letzten Wettkampf das deutsche Rollkunstlaufen auf höchstem Niveau vertreten hat. Sein Einsatz, seine Leidenschaft und seine sportliche Fairness haben ihn über viele Jahre hinweg zu einem herausragenden Botschafter des Vereins und des gesamten Sports gemacht. Für Schubert stand bereits im Vorfeld fest: Die Weltmeisterschaften in Peking sollten sein letzter Wettbewerb sein. Nach seiner Rückkehr plant er noch ein letztes Abschlusstraining mit seinem Vater in Hummetal und danach geht er in seine wohlverdiente „Rollschuh-Rente“.
Sein Ziel in Peking war es, ein letztes Mal zu zeigen, dass er zur Weltspitze gehört, dabei aber auch den Moment zu genießen und den Sport, der ihn über fast zwei Jahrzehnte begleitet hat, mit einem guten Gefühl zu verabschieden. Der RST begleitete seinen Athleten bei diesem emotionalen Schritt mit großem Respekt und Bewunderung. Für den Verein war es ein besonderer Moment, Schuberts Karriere auf internationaler Bühne zu Ende gehen zu sehen mit derselben Professionalität, Leidenschaft und Bodenständigkeit, die ihn all die Jahre ausgezeichnet haben. Wie erwartet, war das Starterfeld bei der WM 2025 das stärkste der gesamten Saison. Unter den 21 Teilnehmern befanden sich zahlreiche Top-Athleten aus den führenden Rollkunstlaufnationen Spanien, Italien, Portugal, Brasilien, Kolumbien und Argentinien, fast alle hatten in dieser Saison die 200 Punkte-Marke überschritten.

(Foto privat)
Nach Platz 8 im Vorjahr und drei siebten Rängen in den Jahren 2021 bis 2023 war Schubert klar, dass sich ein konkretes Ergebnis kaum prognostizieren ließ. Sein Fokus lag daher darauf, zwei saubere Programme zu zeigen, mit denen er selbst zufrieden sein konnte. Für Schubert war die WM in Peking zugleich der erste Wettbewerb auf asiatischem Boden. Nach unzähligen Starts in Europa und Südamerika war dies eine neue Erfahrung: sprachlich, organisatorisch und kulturell. Die Herausforderungen durch Sprache, Ernährung und eingeschränkten Internetzugang machten den Aufenthalt nicht einfach, doch der Hameln-Pyrmonter nahm sie mit großem Respekt und Offenheit an. Gleichzeitig genoss er die kulturellen Eindrücke und neuen Perspektiven, die diese Reise mit sich brachte, ein rundum passender Rahmen für den letzten Auftritt seiner Karriere.
Mit einem herausragenden Kurzprogramm gelang Tim ein starker Einstieg in den Wettbewerb. Er zeigte technisch und künstlerisch seine beste Saisonleistung: fehlerfreie Sprünge, unter anderem die anspruchsvolle Kombination aus dreifach Toeloop, dreifach Toeloop und doppel Rittberger sowie eine hohe Präzision in allen weiteren Elementen. Erst in der abschließenden Einzelpirouette unterlief ihm ein kleiner Fehler und das erstmalig seit fünf Jahren. Trotzdem erhielt er eine hervorragende technische Bewertung und die viertbesten Komponenten des Wettbewerbes. Nach dem Kurzprogramm lag er souverän auf Platz 6. Ohne den kleinen Patzer wäre sogar Rang 4 möglich gewesen.
Der zweite Wettkampftag stellte für alle Läuferinnen und Läufer eine große Herausforderung dar. Der Aufenthalt in Peking war lang und kräftezehrend: kalte Temperaturen, ein schwieriger Boden und viele intensive Trainingseinheiten verlangten allen Athleten viel ab.
Schubert startete zudem in einem späten Block, wodurch zwischen Einlaufen und Auftritt über 40 Minuten vergingen. Dennoch präsentierte er in seiner Kür saubere Pirouetten, gestandene Höchstschwierigkeiten wie den dreifachen Rittberger und den dreifachen Lutz sowie künstlerische Komponenten auf Weltspitzenniveau. Fehler in einfacheren Sprüngen, ein Sturz in der sonst so sicheren dreifach Toeloop-dreifach Toeloop-Kombination und ein misslungener dreifach Salchow gegen Ende verhinderten ein noch besseres Ergebnis. Am Ende belegte das RST-Aushängeschild Rang 7 im Langprogramm und auch in der Gesamtwertung.
Mit Platz 7 war Schubert sehr zufrieden. Zum vierten Mal in Folge beendete er eine Weltmeisterschaft als siebtbester Rollkunstläufer der Welt, ein eindrucksvoller Beweis für seine Konstanz und seine Zugehörigkeit zur erweiterten Weltspitze. Er bestätigte damit, dass er über seine gesamte Seniorenkarriere hinweg mit den besten Athleten der Welt mithalten konnte. Die WM in China war für ihn ein würdiger und emotionaler Abschluss seiner Laufbahn. Auch der RST zeigt sich stolz auf dieses Resultat: Schubert konnte mit seinen konstant starken Leistungen auf höchstem Niveau immer wieder internationale Anerkennung gewinnen. Mit seinem Ehrgeiz, seiner Disziplin und seiner Leidenschaft war und ist er ein Vorbild für den Nachwuchs im Verein.
Mit der WM in Peking endet Tim Schuberts aktive Rollkunstlaufkarriere. Zu seinen größten Erfolgen zählen die World-Games-Medaille 2022, sieben Deutsche Meistertitel, mehrere Medaillen bei Europameisterschaften sowie viele Weltcup-Medaillen. Er beendet seine Laufbahn damit als erfolgreichster deutscher Rollkunstläufer der letzten 20 Jahre–, ein Ergebnis, auf das er mit großem Stolz zurückblicken kann. Schubert zeigt sich dankbar für die vergangenen 15 Jahre: „Die Zeit hat mich erfüllt und mich glücklich gemacht. Ich bin ebenfalls extrem dankbar für alle, die mich während dieser Zeit unterstützt haben - meine Eltern, meine Trainer, der RST, alle Zuschauer und Fans.“ Der RST bedankt sich herzlich bei Schubert für viele Jahre voller Leidenschaft, Vorbildcharakter und sportlicher Spitzenleistungen. Der Verein ist stolz auf das, was er erreicht hat, und wünscht ihm auf seinem weiteren Lebensweg, beruflich wie auch privat, alles Gute, viel Erfolg und vor allem Gesundheit.
Auch wenn seine aktive Karriere nun zu Ende geht, wird Tim dem Rollkunstlauf und dem Verband in verschiedenen Funktionen erhalten bleiben. Für den Verein ist das eine große Freude, denn wer so viel Herzblut und Erfahrung mitbringt, bleibt ein wichtiger Teil in der Weiterentwicklung des Sports sowie einzelner Sportlerinnen und Sportler.
